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 Herzlich willkommen

Die chirurgische Abteilung des Krankenhaus Salem ist als Teil des interdisziplinären Diabetes- und Adipositas-Zentrums des Universitätsklinikums Heidelberg spezialisiert auf die operative Behandlung bei starkem Übergewicht (Adipositas) und Stoffwechselstörungen. Ein spezialisiertes Personal an Ärzten, Gesundheitspflegern und Physiotherapeuten sowie die Klinikumsinfrastruktur sind speziell auf die Anforderungen der modernen minimalinvasiven Adipositaschirurgie ausgerichtet. Das Krankenhaus Salem trägt als Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie das Zertifikat der DGAV (Deutsche Gesellschaft für Allgemein und Viszeralchirurgie). Auf unserer Homepage möchten wir Sie über die chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten bei starker Adipositas und assoziierten Stoffwechselerkrankungen informieren. 

 
Sprechstunden und Ambulanzen

Bitte vereinbaren Sie zur Erstvorstellung zunächst einen Termin in der Adipositas-Sprechstunde der Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie. Bei Operationswunsch kann die Erstvorstellung auch direkt in der Adipositas-Sprechstunde der Chirurgie erfolgen.

 

Adipositas- eine Volkskrankheit

Mehr als 20 Prozent der erwachsenen Männer und Frauen in Deutschland gelten laut DEGS-Studie des Robert-Koch-Instituts als adipös. Der Anteil der Menschen mit extremer Adipositas hat sich in den letzten 15 Jahren fast verdoppelt. Die Adipositas ist damit mittlerweile zu einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung geworden.

Bei Adipositas bzw. Fettleibigkeit ist eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit, die gekennzeichnet ist durch starkes Übergewicht, d.h. eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Adipositas seit 1997 als chronische Krankheit anerkannt und definiert. Demnach liegt eine Adipositas ab einem Körpermasseindex (BMI) von 30 kg/m² vor, wobei drei Schweregrade unterschieden werden:

  • Adipositas Grad 1: BMI 30 - 34,9
  • Adipositas Grad 2: BMI 35 - 39,9
  • Adipositas Grad 3: BMI ≥ 40

 Zwar führen in erster Linie zu wenig körperliche Aktivität und der gleichzeitige steigende Konsum ungesunder Nahrungsmitteln zu starkem Übergewicht. Tatsächlich sind es aber oft auch soziale Probleme, die zu diesem falschen Ess- und Bewegungsverhalten und Übergewicht führen. Es ist in der Adipositas-Therapie daher besonders wichtig, körperliche und geistige Gesundheit gleichwertig zu betrachten.

Durch die Adipositas werden eine Vielzahl an Begleit- und Folgeerkrankungen verursacht bzw. beeinflusst. Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit), Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schlaganfall und Schlafapnoe. Daneben machen psychische Probleme – vor allem ein vermindertes Selbstwertgefühl – übergewichtigen Menschen oft zu schaffen. Darüber hinaus sind Adipositas-Betroffene in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt. Sie verspüren Schmerzen in Wirbelsäule, Hüfte und Knien. Durch die gesteigerte Belastung ihrer Gelenke erhöht sich zudem das Risiko einer chronischen Arthrose-Erkrankung.


In unserem Adipositaszentrum behandeln wir Patienten in erster Linie aufgrund ihres Übergewichts. Die damit einhergehenden anderen Erkrankungen verlieren wir jedoch nicht aus den Augen. Entsprechende Spezialisten stehen dafür in unserem Haus bereit und werden in die Behandlung miteinbezogen. In vielen Fällen ist eine operative Therapie der Adipositas sinnvoll. Im Rahmen einer Vorstellung in der Adipositas-Sprechstunde kann eine entsprechende Aufklärung über die Möglichkeiten einer operativen Behandlung erfolgen.

Operationsverfahren Adipositas-Chirurgie

Ist ein Patient extrem übergewichtig (BMI über 35) und liegen bei ihm schwerwiegende Begleit- oder Folgeerkrankungen vor, können chirurgische Maßnahmen zum Einsatz kommen. Voraussetzung dafür sind weitere Voruntersuchungen durch die Fachdisziplinen Endokrinologie, Psychosomatik und Chirurgie. Stimmen alle drei Seiten einem operativen Eingriff zu, wird ein Gutachten zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse erstellt. Fällt die Rückmeldung positiv aus, veranlasst das Adipositaszentrum der Universitätsklinik Heidelberg zur Vorbereitung auf eine Operation eine Herzuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße sowie eine 24-Stunden-Säuremessung der oberen Magen-Darm-Traktes.

Alle notwendigen Untersuchungen werden innerhalb des Universitätsklinikums Heidelberg durchgeführt. Das dortige Pflegepersonal koordiniert dabei den zeitlichen Ablauf von der Erstvorstellung bis hin zur Operation und Nachbetreuung.

In der Chirurgischen Klinik der Universität Heidelberg werden in erster Linie Magenverkleinerungen mittels Schlauchmagen und Magenbypass durchgeführt. Beide Verfahren sind sehr effektive, etablierte und sichere Verfahren in der Adipositaschirurgie. Zudem wird im Rahmen der BariSurg-Studiedurch die Universitätsklinik Heidelberg die Wirksamkeit der beiden Operationsverfahren verglichen.

Darüber hinaus wird aber natürlich das gesamte Spektrum an Operationsverfahren abgedeckt, das sich bei Übergewicht bewährt hat. So werden auch Magenbänder eingesetzt und biliopankreatische Diversion bei den Patienten durchgeführt, bei denen anderen Techniken wirkungslos blieben oder ein Therapieerfolg durch einfachere Operationen wie das Magenband nicht erfolgversprechend sind.

Welches Operationsverfahren für den jeweiligen Patienten geeignet ist, hängt von seiner individuellen Situation ab. Im Rahmen der chirurgischen Sprechstunde des Adipositaszentrums der Universitätsklinik Heidelberg werden Patienten ausführlich über das für Sie jeweils optimale Therapieverfahren beraten.


Operationsverfahren

Die Chirurgische Abteilung der Universitätsklinik Heidelberg bietet verschiedene Adipositas-Operationsverfahren an, die je nach Situation der Patienten unterschiedlich geeignet sind. In der Regel werden die Operationen am Krankenhaus Salem  - als Bestendteil des Adipositaszentrums - durchgeführt. Sämtliche Operationen werden wenn möglich laparoskopisch (minimal invasiv mittels Schlüsselloch-Chirurgie) vorgenommen:

Magenschlauch (Gastric-Sleeve)

Bei der Magenschlauch-OP werden etwa Zweidrittel des Magens entfernt. Hierdurch wird zum Einen das Magenvolumen so weit verkleiner, dass das Essvolumen des Patienten pro Mahlzeit sich deutlich verringert. Zum Anderen werden zahlreiche hormonaktive Zellen, welche für das Hungergefühl verantwortlich sind, entfernt. Der Magenschlauch gilt als ein technisch einfaches, sicheres und effektives Verfahren. Der Weg der Nahrungspassage bleibt bei der Schlauchmagenoperation erhalten.

 
Magenbypass (Gastric Bypass)

Bei der Magenbypass-Operation wird der Magen geteilt, so dass die Nahrung nur in den oberen Teil, den Vormagen gelangt, der rasch Sättigung signalisiert. Der Speisebrei wird dann durch eine Dünndarmschlinge am restlichen Magen vorbei geleitet. Aufgrund dieser Umleitung nimmt der Körper weniger Nährstoffe aus der Nahrung auf. Das Gewicht reduziert sich. Wir empfehlen dieses Verfahren vor allem Patienten mit unregelmäßigen Essverhalten oder Patienten, die trotz Ernährungsberatung weiterhin große Mengen an Nahrung zu sich nehmen. Die Operation zeigt gute Langzeiterfolge. Der Nachteil: Die Patienten müssen in der Rgel nach der Operation Spurenelemente oder Vitamine zu sich nehmen.

 
Bilionpankreatische Diversion (Duodenal Switch)

Dieses OP-Verfahren empfehlen wir nur sehr wenigen Patienten. Zwar verkleinern wir ‒ wie bei einem Schlauchmagen ‒ den Magen, zusätzlich muss aber auch der Zwölffingerdarm (Duodenum) mit einer zuvor durchtrennten Dünndarmschlinge verbunden werden. Mit diesem Verfahren lässt sich ebenfalls die Aufnahme von Nahrung und Nährstoffen auf lange Sicht reduzieren. Zudem können Folgekrankheiten wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) in den meisten Fällen geheilt werden. Dennoch: Die Risiken bei diesem Verfahren ‒ wie großer chirurgischer Eingriff, mehrere Darmnähte und die Gefahr einer anschließenden Mangelernährung ‒ wägen wir vorher ganz genau ab.

 

Magenband (Gastric Banding)

Das Magenband wenden wir in erster Linie bei jüngeren Patienten unter 18 Jahren oder bei jungen weiblichen Patienten mit einem niedrigen BMI an. Ein Nachteil: eine langfristige Gewichtsabnahme lässt sich nicht sicherstellen. Zudem ist die Nachsorge relativ aufwendig. Ebenfalls gut zu wissen: Nach Entfernung des Magenbandes kann eine sofortige Gewichtszunahme folgen.

 

Magenballon

Bei Patienten mit sehr starkem Übergewicht (BMI über 60), ist es zum Teil notwendig das Gewicht vor einer Operation zu verringern um eine Magenbypass- oder Schlauchmagen-Operation sicher durchführen zu können. Dies kann man zum Beispiel durch Einsetzen eines Magenballons erreichen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Gastroenterologen der Universitätsklinik Heidelberg. Der Magenballon wird dabei für rund drei Monate im Magen belassen und vor der geplanten Operation wieder entfernt.

 

Nach der Operation

Nach der Operation ist eine gründliche ambulante Nachsorge durch die Adispositassprechstunde gewährleistet. Noch während des stationären Aufenthaltes stehen wir zur Beratung zur Verfügung und händigen schriftliches Informationsmaterial aus. Bei der Entlassung erhält der Patient Unterstützung bei der strukturierten Terminplanung bezüglich der postoperativen Nachsorge. Im ersten Jahr nach Operation finden in der Regel vier Beratungstermine mit ausführlichen Laboruntersuchungen statt. Ziel dieser Kontrollen ist es, eventuelle Nährstoffmängel frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Auch beim individuellen Problemmanagement unterstützen wir unsere Patienten.

Das Adipositas Zentrum – Ein interdisziplinäres Behandlungskonzept

Die chirurgische Abteilung des Krankenhaus Salem ist als Teil des interdisziplinären Diabetes- und Adipositas-Zentrums des Universitätsklinikums Heidelberg spezialisiert auf die operative Behandlung bei starkem Übergewicht (Adipositas) und Stoffwechselstörungen.

Das interdisziplinäre Team des Diabetes- und Adipositaszentrums besteht aus Spezialisten der

Das Diabetes- und Adipositas-Zentrum des Universitätsklinikums Heidelberg bietet Patienten, die von schwerer Adipositas, Metabolischem Syndrom und/oder Diabetes mellitus betroffen sind, interdisziplinär angelegte, nachhaltige und langfristige optimale medizinische Versorgung. Jede Patientengeschichte wird von den Experten für Stoffwechsel und Psychosomatik analysiert und in einer interdisziplinär besetzten Fallkonferenz besprochen. Gemeinsam legen die Spezialisten dann die individuelle Therapie und nächsten Schritte mit Ihnen fest. Die Informationen auf den folgenden Seiten sollen Ihnen helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und mit unserer Unterstützung zu überwinden.

Teilnahme an innovativen Studien

Die Diabetes- und Adipositasforschung hat in den letzten Jahren vor allem in Deutschland an Bedeutung gewonnen. Dennoch sind viele Zusammenhänge wissenschaftlich noch nicht geklärt. Als Universitätsklinikum sehen wir es daher als unsere Pflicht gegenüber unseren Patienten an, Ihnen auch die Teilnahme an innovative Studien zu ermöglichen. Einen Überblick über laufende Studien des Diabetes- und Adipositas-Zentrum finden Sie hier.


Körperliche und geistige Gesundheit

Das Behandlungsspektrum des Diabetes- und Adipositas-Zentrum Heidelberg ist daher über Fachdisziplinen hinweg interdisziplinär auf eine ganzheitliche Genesung der Patienten ausgerichtet. Unser Angebot beinhaltet konservative Behandlungskonzepte, die auf eine individuelle Verhaltensänderung hinsichtlich Ernährung und Bewegung abzielen, medikamentöse Ansätze und Verhaltenstherapie ebenso wie chirurgische Behandlungskonzepte. Einen detaillierten Überblick über die Spezialsprechstunden des Zentrums finden Sie  hier.

 

Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie

 

Die Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Minimal invasive Chirurgie des KH Salem wurde zusammen mit der Chirurgischen Abteilungen der Universitätsklinik Heidelberg von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) als zertifiziertes „Kompetenzzentrum für Adipositas“ ausgezeichnet. Beurteilt werden neben der Infrastruktur zur Diagnostik und Therapie und der interdisziplinären Behandlung der Patienten auch eine Mindestanzahl an verschiedenen Operationen und deren Qualität. Unsere Klinik arbeitet mit Endokrinologen, Ernährungswissenschaftlern, Sportmedizinern, Radiologen sowie Anästhesisten und Intensivmedizinern, sowie Abteilungen für Stoffwechsel und Klinische Chemie, Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik zusammen, um unseren Patienten die bestmögliche Therapie zu bieten.